Noch vor nicht allzu langer Zeit waren Hausbesitzer gezwungen, Gas entweder über ihren örtlichen Versorger zu beziehen oder auf Heizöl als Alternative zu setzen. Inzwischen sind zwar die erneuerbaren Energien auf dem Vormarsch, doch etwa jeder zweite Neubau bekommt auch heute noch einen Gasanschluss. Anders als früher haben die Bewohner jetzt die Möglichkeit, sich ihren Gaslieferanten auszusuchen. Denn seit der Liberalisierung des Marktes können Versorger ihr Gas bundesweit anbieten. Die regionalen Unternehmen haben also ihre Monopolstellung verloren, was sich natürlich günstig auf die Preisentwicklung ausgewirkt hat.
Wenn Sie einen Energietarifvergleich vornehmen und sich verschiedene Gastarife anzeigen lassen, werden Sie allerdings feststellen, dass die Zahl der Anbieter noch nicht sehr hoch ist. Insbesondere, wenn man den Gasmarkt mit dem ebenfalls liberalisierten Strommarkt vergleicht, wird deutlich, dass noch Nachholbedarf besteht. Doch die Angebote der bereits im Gasmarkt aktiven Versorger reichen aus, um für praktisch jeden Gasabnehmer nennenswerte Einsparungen zu erreichen. Um die Tarife ganz konkret miteinander zu vergleichen, geben Sie einfach Ihren tatsächlichen oder geschätzten Jahresverbrauch in einen Tarifrechner ein. Sie können nun noch wählen, welche Besonderheiten beim Vergleich berücksichtigt werden sollen. So gibt es beispielsweise Verträge mit Vorauskasse oder mit einer höheren Abschlagszahlung zu Beginn, Festpreis-Angebote und Tarife mit Bonus.
Der Gaspreis, der Ihnen anschließend angezeigt wird, setzt sich aus drei Bestandteilen zusammen: Die Beschaffung des Gases und die Leitung durch die Gasnetze bis zum Kunden machen jeweils etwa 35 Prozent aus, dazu kommen Vertriebskosten sowie rund 25 Prozent Steuern und Abgaben. Traditionell ist der Gaspreis an den Rohölpreis gekoppelt. Das führt dazu, dass sich der 35-Prozent-Anteil am Gaspreis, der für den Gasimport aufgewendet wird, parallel zum Öl nach oben oder unten entwickelt, und zwar jeweils mit etwa sechs Monaten Verzögerung.
Da nicht alle Versorger ihr Gas bei denselben Produzenten kaufen und vor allem auch die Vertriebskosten unterschiedlich hoch sind, ergeben sich beim Vergleich der Gaspreises deutliche Differenzen. Zwischen dem preiswertesten und dem teuersten Anbieter liegen nicht selten mehrere hundert Euro jährlich. Was Sie ganz konkret durch einen Wechsel zu einem günstigeren Versorger sparen können, verrät Ihnen der Tarifrechner nach wenigen Sekunden. Anschließend sollten Sie sich dann noch die Details der angebotenen Verträge anschauen. Lange Laufzeiten verringern Ihre Möglichkeiten, flexibel auf Entwicklungen des Marktes zu reagieren. Angebote mit Preisgarantie schützen Sie auf der anderen Seite vor weiteren Preiserhöhungen in der nächsten Zeit. Sollte Gas jedoch während der Laufzeit günstiger werden, müssten Sie in einem Garantie-Tarif auf diesen Vorteil verzichten. Eine Sicherheit haben Sie jedoch unabhängig davon, welchem Anbieter und welchem Tarifmodell Sie den Vorzug geben: Erhöht der Versorger während der Vertragslaufzeit die Preise, können Sie ohne Einhaltung von Fristen außerordentlich kündigen und sofort den Gaslieferanten wechseln.
Tipp: Photovoltaik Förderung